Die Bedeutung des Netzwerks für die Tonqualität
Wenn Sie in eine neue Telefonanlage investieren, sind mehrere Parameter zu berücksichtigen. Eine vollkommen mobile Lösung bietet eine hohe Flexibilität und Beweglichkeit, beinhaltet aber bestimmte Einschränkungen bei der Tonqualität. Die traditionelle analoge Telefonie hat eine akzeptable Tonqualität, jedoch nur einen begrenzten Frequenzumfang. Eine VoIP*-Lösung bietet die Möglichkeit einer unbegrenzten Tonbandbreite mit sehr guter Tonqualität, erfordert jedoch eine Datenkomprimierung. Außerdem muss man beachten, dass alle lokalen Netze, z. B. DECT (drahtlos) und Bluetooth, die Übertragungskapazität beeinflussen und damit auch Auswirkungen auf
die Tonqualität haben.
Bild Erklärung: Je größer die Bandbreite und je geringer die Datenkomprimierung, umso besser sind die Voraussetzungen für eine gute Tonqualität.
TÖNE UND HÖRVERMÖGEN
Ein junger Mensch kann Töne zwischen den Frequenzen 20 und 20 000 Hz (20 Hz–20 kHz) hören. Danach verändert sich das Hörvermögen mit dem Alter und aufgrund anderer physischer Faktoren. Normalerweise hört eine erwachsene Person Töne im Frequenzbereich von etwa 20 Hz bis 12 kHz. Früher verwendete man aufgrund der technischen Begrenzungen den Begriff Telefonqualität für einen Frequenzbereich zwischen 200 Hz und 3,4 kHz (also insgesamt 3,2 kHz). In einem analogen Telefonsystem verliert man also einen großen Teil des Tonumfangs, was dazu führt, dass der Ton weniger natürlich klingt und man weniger versteht als bei einer größeren Tonbandbreite. Man kann dies mit einem FM-Radio vergleichen, das eine Tonbandbreite von bis zu 15 kHz mit
einer wesentlich natürlicheren Wiedergabe von Stimmen und Musik ermöglicht.
* VoIP = Voice over IP, d. h. digitale Telefonie über das Datennetz.
DATENBANDBREITE UND TONBANDBREITE
Der Begriff Bandbreite in der Computerwelt gibt an, wie viele Informationen in einer Sekunde über das Datennetz übertragen werden können. Die Tonbandbreite gibt an, welche Tonfrequenzen (welcher Tonumfang) übertragen werden kann. Beide werden als Bandbreite bezeichnet, was manchmal zu Missverständnissen führen kann.
ANALOGE TELEFONIE
Die analoge Telefonie hat eine stark begrenzte Tonbandbreite (etwa 3,2 kHz). Aber im Unterschied zu digitalen Netzen ist das Tonsignal nicht komprimiert, dies bedeutet, dass das Signal während der gesamten Übertragung gleich ist. Das analoge Signal wird als „reiner“ und „weicher“ empfunden, auch wenn das digitale Signal insgesamt gesehen oft mehr Toninformationen enthält. Dies liegt daran, dass das menschliche Ohr Veränderungen des eigentlichen Tons sehr genau wahrnimmt.
MOBILE TELEFONIE
In Mobilnetzen wird das Tonsignal immer mehr oder weniger stark komprimiert. Teile des Tonsignals, die wir nicht hören können, werden einfach entfernt, damit das Signal so wenig Platz wie möglich im Netz beansprucht. Durch die Weiterentwicklung der Technik steigt die Kapazität der Mobilnetze und damit auch die Fähigkeit, eine gute Tonqualität mit geringerer Komprimierung zu übertragen. Zurzeit werden Tonsignale mit etwa 3,2 kHz in den verschiedenen Mobilnetzen übertragen. Die Tonsignale werden in 2G-Netzen am stärksten, etwas weniger in 3G und deutlich weniger in 4G komprimiert.
Schlechte Sende- und Empfangsbedingungen beeinflussen ebenfalls die Tonqualität. Bei schlechten Bedingungen reduzieren die Systeme automatisch den Informationsumfang im Netz, um den Kontakt aufrecht zu erhalten. Dadurch verschlechtert sich auch die Tonqualität (d. h. die Komprimierung nimmt zu), obwohl Tonsignale immer Priorität haben (beispielsweise gegenüber Bildern).
VOIP UND CODEC
Telefonie über das Datennetz wird VoIP (Voice over IP) genannt. Da die Tonqualität im alten analogen Telefonnetz mit 3,2 kHz Bandbreite (Telefonqualität) als akzeptabel empfunden wurde, bietet das digitale Telefonnetz etwa die gleiche Tonqualität. Dies war auch eine Notwendigkeit im digitalen Netz, da die Datenbandbreite damals stark begrenzt war.
In digitalen Netzen gibt es keine spezifische Begrenzung der Tonqualität, sie hängt vor allem von dem verwendeten Codec ab. Codec ist eine Funktion im Telefon, die Töne in digitale Daten umwandelt und um
gekehrt. Der Ton des sendenden Telefons wird mithilfe eines Codec in Datenpakete umgewandelt, in dieser Form an das empfangende Telefon gesendet und dort mithilfe eines entsprechenden Codec wieder in Ton umgesetzt. Normalerweise versuchen die Geräte, den Ton mit dem besten gemeinsamen Codec zu senden. Moderne Geräte, die Breitband-Codecs unterstützen, bieten daher bessere Voraussetzungen für eine optimale Tonqualität. Im letzten Jahrzehnt hat VoIP eine sehr starke Kapazitätsentwicklung erfahren.
Die gebräuchlichsten Bezeichnungen für die verschiedenen Codecs sind: Wideband Codec (7 kHz), Super Wideband Codec (14 kHz) und Full Bandwith Vodec (20 kHz).
DRAHTLOSE LÖSUNGEN
Die Netzwerkübertragungskapazität im Büro ist selbstverständlich eine Grundvoraussetzung für eine gute Tonqualität. Und weitere drahtlose Lösungen außerhalb des Telefonnetzes können die Kette unterbrechen und die Tonbandbreite reduzieren. Dies können drahtlose Systeme wie DECT und Bluetooth® oder ältere Netzwerklösungen sein, die Auswirkungen auf die Tonqualität haben.
BLUETOOTH® (BT)
Bluetooth® ist ein Standard, der ursprünglich entwickelt wurde, um verschiedene Zubehörgeräte drahtlos an ein Mobiltelefon oder einen PC anzuschließen. Bluetooth® funktioniert nur über kürzere Entfernungen. Die Daten des Tonsignals werden noch einmal komprimiert, was die Tonqualität verschlechtert.
DECT
DECT-Lösungen für die drahtlose Telefonie wurden ursprünglich für die analoge Telefonie entwickelt. Unabhängig von der Kapazität zum DECT-Sender erhält man in seinem DECT-Netz nur die normale Telefonqualität mit 3,2 kHz. Wenn man Wideband Codec (7 kHz) im VoIP-Netz verwendet, verliert man also über 3 kHz in allen Gesprächen, die über das DECT-System geführt werden. Für normale Telefongespräche spielt dies keine große Rolle, wenn man jedoch eine derartige Kombination hat und eine Telefonkonferenz führen möchte, sollte man eine Direktverbindung (Kabel) zum VoIP-Netz verwenden.
CAT-IQ
CAT-iQ ist einfach ausgedrückt eine Weiterentwicklung von DECT. Ein CAT-iQ-System ermöglicht eine 7 kHz Tonbandbreite und bietet damit eine sehr hohe Kapazität für drahtlose Verbindungen mit einem VoIP-System.
KONFTELS LÖSUNGEN
Konftels Produkte bieten Ihnen immer eine optimale Tonqualität im Verhältnis zur Kapazität des Netzes. Diese kurze Einführung zur Tonübertragung zeigt, dass es sinnvoll sein kann, den Betrieb und die Organisation zu analysieren, bevor man Übertragungsnetze sowie die Telefonie- und Datenstruktur wählt und aufbaut. Selbstverständlich bietet ein VoIP-Netz mit Wideband Codec (7kHz) bessere Voraussetzungen für eine gute Tonqualität im Vergleich mit einem mobilen oder analogen Netz. Auf der anderen Seite spielt in vielen Situationen die Mobilität eine große Rolle.
Viele Produkte von Konftel bieten mehrere Anschlussmöglichkeiten und damit die Wahl zwischen praktischer Anwendung (beispielsweise mobil) und maximaler Tonqualität (VoIP). So kann zum Beispiel das drahtlose Konftel 300W mit seinem analogen DECT-Anschluss eine 3,2 kHz Tonbandbreite übertragen und mit USB-Anschluss an einen Computer Wideband Codec (7 kHz) nutzen. Auch ein Kabelanschluss an ein Mobiltelefon ist möglich.
Egal welche Lösung Sie verwenden, im Sortiment von Konftel finden Sie das richtige Produkt für schnell organisierte Telefonkonferenzen am Schreibtisch oder für größere Meetings in Konferenzräumen oder Kongresshallen. Bei unseren Fachhändlern erhalten Sie weitere Informationen.